Seit einiger Zeit kursieren in Amstetten die Gerüchte, dass die Schwarz-Grüne Stadtregierung plant, bei den Freibädern und dem Hallenbad massive Einsparungen vorzunehmen. Diese sollen demzufolge sogar soweit gehen, dass eine Schließung eines Freibades oder des Hallenbades diskutiert wird.

Vizebürgermeister Mag. Gerhard Riegler und Stadtrat Bernhard Wagner setzen sich für den Erhalt der Amstettner Bäder ein

Vizebürgermeister Mag. Gerhard Riegler und Baustadtrat Bernhard Wagner beziehen zu diesem Thema klar Stellung. Riegler: „Die Gesundheitskrise wirkt sich natürlich negativ auf die Finanzen der Gemeinde aus. An manchen Stellen muss daher gespart werden. Für die SPÖ ist klar, dass die Krise nicht zum Anlass genommen werden darf, um die städtischen Freizeitangebote für immer zu zerschlagen. Hier würde man weit über das Ziel hinausschießen. Diese Dienstleistungen hat sich die Gemeinde über Jahrzehnte hart erarbeitet. Finanziell ist es auch in Zukunft möglich, diese zu erhalten. Eine Schließung der Bäder kommt für uns jedenfalls nicht in Frage.“

Der Nutzen der Bäder ist aus Sicht des Vizebürgermeisters unbestritten: „Wir wollen den Schulen, Vereinen und Badegästen auch in Zukunft ermöglichen, in unseren Bädern zu trainieren oder die Freizeit zu verbringen. Vor allem die hohe Auslastung durch die Schulen zeigt ja, wie wichtig diese Angebote sind. Hier sprechen wir nicht nur von Amstetten, sondern von einer überregionalen Bedeutung der Bäder. Auch in Hausmening kommen wir an guten Tagen auf über 1000 Besucher. Zudem handelt es sich beim Schwimmen um eine der gesündesten Sportarten. Vielen Menschen würde man mit einer Bäderschließung daher auch einen wichtigen Ausgleich vom Alltag rauben. Sollte es tatsächlich soweit kommen, ist hier also mit heftigem Widerstand der SPÖ-Fraktion zu rechnen.“

Baustadtrat Bernhard Wagner schließt sich Riegler an. Er beleuchtet zudem die technischen Fragen. „Aus baulicher Sicht ist eine Renovierung des Hallenbades zwingend nötig. Spätestens in einem Jahr muss mit einer umfassenden Sanierung des Objektes begonnen werden. Die Becken müssen saniert, die Statik verbessert, die technischen Anlage erneuert, die rutschgefährdeten Fliesen und andere umfassende Mängel am Gebäude beseitigt werden. Weiters müssen die Räumlichkeiten für die Bediensteten adaptiert und erweitert werden, damit sie den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Der Zeitdruck für die Sanierung ist daher recht hoch. Hier bewegen wir uns bei Kosten in Höhe von rund 10 bis 12 Millionen Euro. Die bereits fertig geplante Vollversion würde rund 20 Millionen Euro kosten. Diese Version wäre aus meiner Sicht die nachhaltigste, weil sie sicherstellt, dass wir für die nächsten 20 oder 25 Jahre ein top-modernes Bad in Amstetten haben und auch die bisherigen Planungskosten in nicht unbeträchtlicher Höhe nicht völlig umsonst gewesen wären. Diese würde unter anderem auch eine völlige Erneuerung der Sauna beinhalten. Für die Gemeinde alleine wäre dieser Betrag allerdings nicht zu stemmen. Aufgrund der überregionalen Bedeutung sollten hier Förderungen des Landes und Bundes in Anspruch genommen werden und eine Zusammenarbeit mit den Umlandgemeinden angestrebt werden. So würde sich auch diese Version stemmen lassen. Unser Ziel in dieser Angelegenheit ist jedenfalls klar: Wir wollen den Menschen in Amstetten auch in Zukunft die gewohnten Schwimm- und Bademöglichkeiten zur Verfügung stellen.“