Nachdem am Dienstag plötzlich neue Pläne für das Amstettner Freibad präsentiert wurden, ortet die SPÖ einen Schritt in die richtige Richtung. Der gemeinsame Einsatz hat für ein Umdenken gesorgt und Amstetten wird auch künftig ein Freibad im Zentrum der Stadt haben.  Jetzt geht es darum, wesentliche Kritikpunkte am vorliegenden Konzept auszuräumen, bevor das Architektenteam die Detailplanungen beginnt. Dazu sind alle Nutzergruppen des Amstettner Bades eingeladen. 

Baustadtrat Bernhard Wagner und Vizebürgermeister Mag. Gerhard Riegler setzen sich für ein attraktives Freibad in Amstetten ein

„Der Druck der Amstettnerinnen und Amstettner hat sich wirklich ausgezahlt“, freut sich Vizebürgermeister Mag. Gerhard Riegler. Nachdem vor rund einem Monat von ÖVP und Grünen Abriss-Pläne für das Amstettner Freibad präsentiert wurden, rückte die Stadtregierung nun von diesen Plänen ab. „Diesen gemeinsamen Erfolg haben wir den Menschen in Amstetten zu verdanken. Am Ende konnte der Bürgermeister nicht mehr anders, als dem Druck der Menschen nachzugeben und die Pläne zu verwerfen. Das zeigt, dass man Pläne nicht einfach ohne Einbindung der Bevölkerung machen kann und wie viel möglich ist, wenn die Menschen zusammen für ein Ziel kämpfen. Damit wird Amstetten weiterhin ein Freibad im Zentrum haben. Das ist allerdings erst der erste Schritt, denn im neuen Konzept gibt es noch viele Probleme, die unbedingt gemeinsam besprochen und behoben werden müssen“, schildert Riegler.

Auch Baustadtrat Bernhard Wagner sieht im neuen Konzept deutlichen Verbesserungsbedarf. Er bringt auch schon konkrete Vorschläge ein: „Aus unserer Sicht ist vor allem das neue Schwimmbecken, das in das Erlebnisbecken integriert werden soll, nicht sonderlich gut durchdacht. Sowohl für die Schwimmer, als auch für andere Badegäste sind hier Probleme vorprogrammiert. Besser wäre es, die beiden Becken zu trennen und jeweils eigenständig zu betreiben. So könnte das Schwimmbecken von den Schwimmern besser genutzt werden und es würden keine Interessenkonflikte mit anderen Badegästen auftreten. Außerdem könnte das Schwimmbecken im Winter mit einer Traglufthalle überdacht werden und so ganzjährig genutzt werden. Ein Sprungturm ist im neuen Konzept nicht mehr vorgesehen – das finden wir natürlich schade“, schildert der Baustadtrat. Zudem sei die deutliche Verkleinerung der Liegeflächen ein Problem, das bei den Detailplanungen zu beheben sei.

Neben den Problemen im Freibereich ist auch die Planung der Sauna verbesserungswürdig. „Es ist mehr als ungeschickt, die Sauna völlig abseits des Hallenbades zu bauen. Außerdem ist für uns klar, dass der Neubau der Sauna nicht so weit nach hinten geschoben werden darf. Eine Stadt wie Amstetten braucht eine Sauna – und zwar nicht erst in fünf bis zehn Jahren, sondern so schnell wie möglich“, erklärt Wagner.

Abschließend appelliert Vizebürgermeister Mag. Riegler an die Stadtregierung. Es brauche in Amstetten eine „neue, faire Form der Zusammenarbeit“ sowohl zwischen den Parteien, als auch in Sachen Bürgerbeteiligung. „Seit mittlerweile mehr als einem Monat diskutieren wir nun intensiv über die Zukunft unseres Freibades. Nach der Ankündigung der Abriss-Pläne war der Aufschrei der Menschen in Amstetten groß. Die Ankündigungen, die ohne Einbindung der Menschen und der politischen Vertreter passiert sind, haben für Unmut und Verunsicherung gesorgt. All das hätte sich die Schwarz-Grüne Stadtregierung sparen können, wenn sie von Beginn an die Menschen bei der Planung mitreden hätte lassen. Genau das erwarten wir uns bei der weiteren Bad-Planung und auch bei allen kommenden Projekten. Hier braucht es ein neues Miteinander und keine Entscheidungen über die Köpfe der Menschen hinweg“, schließt Riegler.