Im Zuge der Stadterneuerung wurden bereits über 200.000€ für Werbung und Inszenierung ausgegeben. Dieses Geld sollte besser in konkrete Projekte investiert werden.

Vizebürgermeister Mag. Gerhard Riegler und SPÖ-Fraktionsvorsitzender Helfried Blutsch vor den Hauptplatz-Containern

In diesem Jahr beteiligt sich die Stadtgemeinde Amstetten zum zweiten Mal an der Stadterneuerung, die vom Land NÖ initiiert wurde. Während der letzten Stadterneuerung gelang es zum Beispiel, die Johann Pölz-Halle zu sanieren und den überaus beliebten Ybbsuferweg fertigzustellen. Bei der in diesem Jahr gestarteten Stadterneuerung standen derweil noch keine großen Projekte im Mittelpunkt. Im Fokus stand vor allem die intensive Inszenierung der Stadterneuerung. SPÖ-Fraktionsvorsitzender Helfried Blutsch erläutert: „Für die Stadterneuerung wurden bereits 120.000€ alleine für das Marketing zur Verfügung gestellt. Gerade in Zeiten der Corona-Krise, wo die Gemeinden finanziell große Einbußen hinnehmen müssen, halte ich das für maßlos überzogen. Dieses Geld wird uns dann für konkrete Projekte fehlen. Schon jetzt wird uns ja immer wieder erzählt, dass für viele Dinge kein Geld da sein wird. Aus unserer Sicht sollte die Priorität also auf Projekten liegen, die den Lebensraum der Amstettner positiv verändern und nicht auf Inszenierung und Selbstdarstellung.“

Als sichtbares Zeichen der gestarteten Stadterneuerung wurden im August ein Container sowie ein Desinfektionsmittelspender auf dem Hauptplatz installiert. Auch hier liegt der Fokus nicht auf einer wirklich attraktiven Gestaltung der Innenstadt. Aus Sicht der SPÖ sollte man die nachhaltige Umgestaltung des Hauptplatzes anders vorantreiben. Vizebürgermeister Mag. Gerhard Riegler schildert seinen Zugang: „Nachdem schon 2019 beschlossen wurde, dass Amstetten wieder an der Stadterneuerung teilnimmt, haben wir die Amstettner zu drei großen, gut besuchten Konferenzen eingeladen, wo jeder seine Wünsche einbringen konnte. Wir haben also ein klares Bild, wie der Hauptplatz in Zukunft aussehen soll. Wir wollen, dass hier neben einer Begrünung des Hauptplatzes unter anderem weitere attraktive und bequeme Sitzmöglichkeiten und ein Wasserspiel geschaffen werden. Ein teurer Container, dieser kostet inklusive der Schaffung eines Stromanschlusses, der Einrichtung und Verkleidung ebenfalls knapp 100.000€, ist hier jedenfalls kein geeigneter Schritt. Das sehen auch die Menschen in Amstetten so. Nachdem der Container präsentiert wurde, hagelte es auf Facebook ja eine Vielzahl negativer Kommentare seitens der Amstettner. 47 von 50 Kommentaren waren hier negativ und lehnten den Container ab.“

Abschließend betonen Blutsch und Riegler, dass eine engere Einbindung aller politischer Fraktionen eine negative Stimmung gegenüber der Stadterneuerung verhindern könnte: „Das gemeinsame Ziel aller Parteien in Amstetten muss es sein, dass die Stadterneuerung den Lebensraum der Amstettner maßgeblich positiv beeinflusst, so wie es etwa beim Ybbsuferweg gelungen ist. Voraussetzung dafür ist allerdings auch, dass die Ideen aller politischer Parteien miteinbezogen werden und Einwände nicht einfach abgeschmettert werden. Nur gemeinsam kann es nämlich gelingen, wirklich das Beste für Amstetten zu erreichen.“