Die Abriss-Pläne für das Freibad sehen bei den neuen Planungen eine Badezone an der Ybbs vor. Sowohl für die dort lebenden Tiere, als auch für die Planzenwelt könnte dies fatale Folgen haben.

Die Renaturierung der Ybbs im Zuge des Life-Projekts war von Beginn an ein absoluter Erfolg. Während die Ybbs vor mehreren Jahrzehnten noch eine braune, schäumende Suppe war an deren Ufer kein Leben stattfand, ist die Ybbs heute ein wirkliches Naturparadies. „ÖVP und Grüne wollen uns nun die Ybbs als Alternative für die Becken im Freibad verkaufen. Wenn man die hunderten Menschen, die im Sommer täglich im Freibad sind, wirklich an die Ybbs lotsen will, dann steht uns eine ökologische Katastrophe bevor. Die Folgen für das gesamte Ökosystem Ybbs, für alle Pflanzen und Tiere, wären nicht absehbar. Eine ökologisch derart unvernünftige Vorgehensweise muss unbedingt verhindert werden“, schildert SP-Stadtrat Bernhard Wagner.

Auch SP-Umweltsprecherin Birgit Kern warnt vor Menschenmassen an der Ybbs: „Ein Freibad wegzureißen und die Menschen mitten ins Natura-2000 Schutzgebiet zum Baden zu schicken ist wirklich gedankenlos. Jeder, der schon einmal an einem schönen Sommertag am Ybbsuferweg unterwegs war, weiß außerdem, dass schon jetzt viele Menschen an der Ybbs ihre Zeit verbringen. Wenn man nun zusätzlich hunderte Menschen an die Ybbs schickt, ist mit hohen Umweltbelastungen und vermehrter Verschmutzung zu rechnen. Das Abriss-Projekt für das Freibad ist also nicht nur für die Freizeitqualität, sondern auch für die Umwelt in Amstetten schädlich.“

Dass derartige Pläne ausgerechnet von den Grünen unterstützt werden, kann Stadtrat Wagner nicht nachvollziehen. Schließlich stehen die Planungen den Ideen der Ybbs-Renaturierung diametral entgegen. „Das Life-Projekt an der Ybbs ist die größte Umweltschutzaktion in der Region. Die Renaturierung und weitreichende Umweltschutzmaßnahmen haben dafür gesorgt, dass sich zahlreiche, teils gefährdete, Tierarten an der Ybbs angesiedelt haben. Seit einigen Jahren lebt etwa eine Graugans-Kolonie genau dort, wo nun die Badeplätze geplant sind.  Auch zahlreiche weitere Vogelarten und Fische sind an und in der Ybbs heimisch. Außerdem ist die Ybbs selbst mittlerweile glasklar. All das würde wohl durch die neuen Pläne für das Bad vernichtet werden. Wie eine angebliche Ökopartei wie die Grünen ein drohendes Umwelt-Chaos unterstützen kann, ist wirklich unverständlich“, sagt Wagner. „Deswegen fordern wir abermals, dass die Planungen in dieser Form gestoppt werden. Stattdessen müssen alle an einen Tisch geholt werden, um über die Pläne zu sprechen. Von den Badegästen, über die Vereine, bis hin zu den Schulen und nicht zuletzt den Naturschutzorganisationen müssen alle die Möglichkeit haben, ihre Anliegen und Bedenken zu schildern. Solche Pläne ohne Mitsprache der Menschen durchzuziehen, ist nicht in Ordnung“, schließt Wagner.