Ursula Puchebner im Interview

Die gebürtige Amstettnerin Ursula Puchebner besuchte in Amstetten die Volksschule und Hauptschule. 1985 maturierte sie an der HLW. Ursula Puchebner ist seit 1980 in der SPÖ aktiv. Im Jahr 1999 zog sie in den Amstettner Gemeinderat ein, war ab 2000 1. Vizebürgermeisterin und ist seit Oktober 2011 Bürgermeisterin der Stadtgemeinde Amstetten. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter.

Ursula, du bist seit fast 40 Jahren aktiv in der SPÖ. Was hat dich dazu bewogen, politisch aktiv zu werden?

Ich war seit jeher ein sehr politischer Mensch, darum war der Einsatz für das gute Zusammeneben im unmittelbaren Umfeld für mich nur konsequent. Gerade vor Ort, wo politische Ergebnisse sichtbar und Verantwortliche ansprechbar sind, kann man etwas gestalten und erhält meistens auch eine prompte Reaktion. Für mich war auch schon früh klar, dass man nur etwas bewegen kann, wenn man sich seiner Überzeugung entsprechend einbringt. Die SPÖ steht in Amstetten seit Jahrzehnten für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Gute Einkommen und leistbares Wohnen, Naturschutz und beste Bildungsmöglichkeiten unabhängig von der finanziellen Situation der Familie, das alles sind Meilensteine und Prinzipien, die eine solidarische Gesellschaft ausmachen. Für diese Ziele brenne ich und dieses Feuer habe ich mir bis heute bewahrt. Ob gesellschaftliches Zusammenleben funktioniert, zeigt sich vor allem auf der lokalen Ebene. Deshalb freut es mich natürlich, dass es uns gelungen ist, hier in Amstetten so viel zu erreichen.

Das merkt man. In letzter Zeit wurden viele Projekte realisiert. Was sticht dabei besonders heraus?

Das große Thema der letzten Wochen ist natürlich ganz klar der Kauf der Forstheide durch die Stadtgemeinde. Wir haben in der Rot-Grünen Koalition eine historische Chance genutzt. Gemeinsam haben wir es geschafft, dieses Naherholungsgebiet für die Amstettnerinnen und Amstettner zu sichern. Leider ist es uns nicht gelungen, die ÖVP von der Wichtigkeit der Sicherung des Naturjuwels für die Bevölkerung und auch für kommende Generationen zu überzeugen. In Mauer ist die Planung des Projektes „Junges Wohnen“ auf dem Weg, zudem ist die ärztliche Versorgung für 2020 wieder garantiert. Für Hausmening haben wir die Sanierung des Stadtsaals auf den Weg gebracht. Hieran hat Egon Brandl als Ortsvorsteher einen wichtigen Anteil. Schon im Vorfeld der Entscheidung haben wir die Bevölkerung des Ortsteiles Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth und auch die dortigen Vereine miteinbezogen. Auch beim Projekt Hauptplatzgestaltung sind die nächsten Schritte bereits klar formuliert.

Wie geht’s am Hauptplatz und mit der Forstheide nun weiter?

Für mich ist klar, dass diese beiden Themen den Menschen in Amstetten sehr am Herzen liegen. Deshalb habe ich als Bürgermeisterin darauf natürlich mein besonderes Augenmerk gelegt. Der Hauptplatz ist letztlich das „Wohnzimmer“ Amstettens und das soll ansprechend und gemütlich gestaltet werden. Anfang Dezember haben wir den Planern alle Ideen der Amstettnerinnen und Amstettner übergeben, die wir gemeinsam bei unseren Mobilisierungskonferenzen erarbeitet haben. So ist garantiert, dass diese Wünsche und Ideen direkt miteinfließen. In der Forstheide steht für uns der Natur- und Landschaftsschutz natürlich im Vordergrund. Es gibt bereits ein Landschaftsentwicklungskonzept, das nun auf die neuen Flächen bestmöglich übertragen wird. „Unsere grüne Lunge“ soll für alle nutzbar sein, das bleibt erklärtes Ziel.

Als Bürgermeisterin bist du viel unterwegs. Welche Termine liegen dir dabei besonders am Herzen?

Das wirklich spannende an meinem Job als Bürgermeisterin ist die Abwechslung. Dazu gehören die Begegnungen und Kontakte mit vielen verschiedenen Persönlichkeiten und häufig auch die Hilfestellung und Unterstützung, die man BürgerInnen in ihren oft ganz persönlichen Lebenssituationen geben kann. Gerade in meinen Sprechstunden kann ich mir viel Zeit für die Anliegen der Menschen nehmen. Auch bei den verschiedensten Veranstaltungen, beim Einkaufen, beim Spaziergang mit der Familie, werde ich oft um Rat gebeten oder es werden Anliegen an mich herangetragen. Es gibt keine „Öffnungszeiten“, Bürgermeisterin ist man rund um die Uhr. Das habe ich in den vergangenen Jahren gelernt und mittlerweile weiß ich: Das ist manchmal fordernd, aber vor allem auch spannend und schön. Es tut sich so viel in unserer Heimatstadt. Egal ob es Kulturveranstaltungen sind oder sportliche Ereignisse, es ist immer etwas los und es gibt viele Anlässe, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Als Bürgermeisterin habe natürlich auch in der Verwaltung vieles zu erledigen. Ich repräsentiere ja beispielsweise auch die Stadt in den verschiedensten Verbänden und Institutionen, bin Eigentümervertreterin in gemeindeeigenen Gesellschaften, vertrete die Interessen der Stadt in Vereinen und Gesellschaften wie z.B. der Zukunftsakademie Mostviertel und vieles mehr. Auch diese fachliche Seite prägt das Amt und macht Gestaltungskraft aus. Sie bedeutet natürlich auch, dass ich nicht 24 Stunden am Tag öffentlich sichtbar sein kann. Medienwirksamkeit allein reicht nicht aus, um eine gute Bürgermeisterin zu sein. Dem Herzen nach bin ich allerdings am liebsten dort, wo es mir möglich ist mit den Amstettnerinnen und Amstettner zu plaudern, mich auszutauschen und auch zu diskutieren. „Nicht nur dabei, sondern mittendrin“ ist meine Devise, denn nur so ist es mir möglich, Ideen, Anregungen, Wünsche der Bevölkerung aufzugreifen und umzusetzen.

In deiner Funktion bist du nahezu rund um die Uhr für deine Heimatstadt im Einsatz. Wie verbringst du deine spärliche Freizeit?

Es stimmt, Bürgermeisterin ist man eigentlich immer. Für Hobbies und Freizeitgestaltung bleibt da wenig Zeit. Vor allem die Familie muss oft zurückstecken. Umso dankbarer bin ich meinem Mann Herbert und meiner Tochter Katharina für ihre Unterstützung, denn letztlich ist meine Familie meine „Krafttankstelle“. Gerade in besonders arbeitsintensiven Zeiten geben mir auch meine Geschwister, die gesamte Großfamilie und die wahren Freunde sehr viel Rückhalt. In der freien Zeit, die mir bleibt, bin ich deshalb gern daheim. Gemeinsam widmen wir uns dann unserem „Familienhobby“ – unseren Hunden. Und ganz tief aus dem Nähkästchen geplaudert: Zur Entspannung stricke ich Socken, damit haben bei

uns immer alle warme Füße 😉