Bei der laufenden Projektentwicklung des Quartier A rund um den Bahnhof sollte der Bürgermeister den Dialog mit allen Parteien suchen. Die Etablierung eines FH-Lehrgangs stellt für die SPÖ Amstetten dabei eine historische Chance dar und darf nicht aus den Augen verloren werden.

„Die Entwicklung des Quartier A im Herzen der Stadt Amstetten ist wahrscheinlich das wichtigste Projekt unserer Generation, das im Moment vorangetrieben wird,“ sagt Vizebürgermeister Mag. Gerhard Riegler anlässlich des Termins von Bürgermeister Haberhauer bei ÖBB-Vorstandsvorsitzenden Mag. (FH) Andreas Matthä vergangene Woche. “Erfolge bei diesem Vorhaben werden Auswirkungen sowohl auf die Stadt Amstetten als auch auf die gesamte Region haben. Umso wichtiger ist es bei diesem Projekt daher, dass auch verschiedene Blickwinkel in die Planung miteinbezogen werden und das Quartier A im Wettbewerb der besten Ideen weiterentwickelt wird.“

Vizebürgermeister Riegler verweist dabei auf die bereits seit Jahren getanen Vorarbeiten: „Dieser Stadtteil ist nicht nur ein politisches Projekt für uns, sondern vielmehr eine absolute Herzensangelegenheit.“ Gemeinsam mit dem Projektmanager der ÖBB Günther Sterlike und der Mitarbeit der Amstettner Bevölkerung wurden in den vergangenen Jahren Ideen und Konzepte für das rund 100.000 m² große Areal entwickelt. Begonnen hat dieser Prozess mit der Teilnahme am Europan Wettbewerb im Jahr 2014, aus dem ein zukunftsweisendes städtebauliches Entwicklungskonzept hervorgegangen ist.

Seit rund eineinhalb Jahren lief außerdem ein Forschungsprojekt im Förderprogramm Smart Cities, aus dem die Stadtgemeinde Amstetten eine Förderzusage in der Höhe von über einer halben Million Euro erreichen konnte und das laut Aussage der Förderstelle das beste Konzept aus rund 20 eingereichten Anträgen beinhaltete. „Dieses Zukunftsprojekt mit Vorbildwirkung für viele andere Städte in Österreich und Europa soll jetzt leider ohne Rücksprache mit den Vertretern der anderen Parteien vorzeitig abgebrochen werden. Bei aller Freude rund um die Konkretisierung der nächsten Schritte, die beim Termin mit der ÖBB besprochen wurden, überwiegt derzeit die Sorge, dass hier auf die verschiedenen Perspektiven aller Amstettnerinnen und Amstettner verzichtet wird,“ fordert auch Baustadtrat Bernhard Wagner, dass hier die Berücksichtigung der Interessen aller Bürger notwendig ist.

Keinen Fortschritt sieht das Team der SPÖ Amstetten übrigens auch bei der Umsetzung des Fachhochschul-Lehrgangs, der in Kooperation mit der FH St. Pölten im Vorjahr konzipiert wurde und bereits diesen Herbst hätte starten können. Eine Realisierung dieses Lehrgangs würde die besondere Stellung Amstettens im Mostviertel noch einmal unterstreichen. „Wir bemühen uns gemeinsam mit der Zukunftsakademie Mostviertel seit rund 15 Jahren darum, universitäre Weiterbildung nach Amstetten zu bekommen. Der Standort am Bahnhof ist aus unserer Sicht in Österreich einzigartig, weil man zu Fuß in weniger als fünf Minuten vom Bahnsteig – an dem fast alle nationalen und internationalen Zugverbindungen halten – im Hörsaal sein könnte,“ sieht Vizebürgermeister Riegler auch hier eine vergebene Chance. “Schwarz-Grün darf die gemeinsamen Ziele für die Stadt nicht aus dem Auge verlieren. Auch die zahlreichen Unternehmen in Amstetten würden davon maßgeblich profitieren, wenn hochqualifizierte Fachkräfte direkt in Amstetten aus- und weitergebildet werden,“ ist sich Riegler sicher. 

Gerade wegen der besonderen Bedeutung dieses Stadtteils im Herzen der Stadt ist Transparenz seitens des Bürgermeisters für die SPÖ-Fraktion besonders wichtig. „Alleingänge darf es bei diesem zukunftsweisenden Projekt nicht geben“, so Stadtrat Wagner „Die Menschen in Amstetten haben nicht nur das Recht darauf zu erfahren, was die Stadtregierung hier konkret plant, sondern sollten auch mitgenommen werden. Die Einbindung aller Fraktionen im Gemeinderat stellt sicher, dass verschiedene Blickwinkel in die Planungen einfließen und die Interessen aller gewahrt bleiben.“